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Archive for September 2011

Ach was waren das für tränengenerierende Bilder von armen Rentnern, die wütend vor den Banken demonstrierten und ihr verlorenes Geld zurückforderten. Das Anlagekapital war weg. Lehman Brothers war pleite. Der amerikanische Staat hat das getan, was konsequente Marktwirschaftler vertreten. Er hat eine Bank dem Schicksal überlassen, dass Institutionen ereilt, die am Markt scheitern. Der Grund ist da erstmal egal. Wer sein Geschäft gegen die Wand fährt, verliert. So geht es jedem Selbstständigen, ob Imbissbudenbesitzer oder Investmentbank. Da spielt die Systemrelevanz, wie immer propagiert wurde, keine Rolle. Die Imbissbude war für 40 Maurer, die jetzt auf andere Fressstände ausweichen müssen in irgendeiner Weise auch „relevant“. Das ist Marktwirtschaft, es gibt Gewinner und Verlierer.

Dieses Modell, was die Wirtschaftswelt seit Jahren prägt, dürfte auch jedem bekannt sein. Wie gesagt, dürfte. Nun haben aber ein paar Kleinanleger in ihrer Gier und Renditesucht die Kröten verloren, die sie ihren Bankberatern in den Rachen geworfen haben. Das die jetzt rumflennen und bis vor den Bundesgerichtshof ziehen ist für mich unbegreiflich. Es sind Zocker, ob die nun alles verloren haben ist scheissegal. Selbst schuld. Da kann man nicht eine höhere Instanz anrufen und sein Geld zurückfordern, weil man ja nicht wusste was man da gemacht hat. Und weil Umstände eingetreten sind, die man nicht erahnt hat. Bullshit. Wenn man riskante Finanzgeschäfte tätigt, dann weiß man um deren Verlustrisiko. Da kann man sich nicht als naive Omi hinstellen und wettern, dass man über den Tisch gezogen wurde. Der Bankberater kann nur das Geld anlegen, was man ihm zur Verfügung stellt. Er klaut nichts. Und mit gesundem Menschenverstand weiß man, dass ein Verkäufer, nix anderes ist der Bankfutzi, eben auf Vorteile bedacht ist und Profit machen möchte. Man hat jederzeit die Möglichkeit, ihm seine windigen Anlageideen um die Ohren zu schmettern oder ihn einen schmierigen Finanzhai zu nennen. Aber nein, Oma Müller lässt sich blenden von den Renditemöglichkeiten.

Dazu muss man sagen, dass es ja nicht die Alten von nebenan waren. Es geht nicht um Abzocke unbedarfter Ahnungsloser. Die gewöhnliche Oma legt ihr weniges Geld immer noch auf dem Sparbuch an. Es sind diejenigen, die schon Kapital besessen haben, die es einfach nur akkumulieren wollten, und wegen eines nicht tragfähigen Geschäftsmodells dies verloren haben.  Es sind, um gehässig zu werden, die dummen Opfer ihrer eigenen Renditesucht. Die Lämmer Ackermanns. Da fehlt mir das Mitleid, dem Gericht auch. Es hat ganz im Sinne der von allen so geliebten Marktwirtschaft gesprochen, die nun plötzlich „böse“ sein soll. Nene, so geht das nicht. Wenn man mit Feuer spielt, dann kann man auch verbrennen.

Und aus Asche kann man nun mal nichts erschaffen. DAS weiß auch jeder.

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Ouzo, High-Five.

Jetzt muss ich mich auch mal äussern. Und diesmal sogar ernsthaft.

Der Stammtisch wird wieder modern. Und wegen kollektiver Springer-Hetze, Wirtschaftswissenschaften-Versager und popligen Nutzlosparteien wie FDP und CSU kreist das Gespenst des chauvinistischen Michels über aller Dächern. Jede/r unkundige Franz, Fritz und Lieselotte weiß auf einmal ganz genau, wie das so in der Volkswirtschaft läuft. Und vor allem wissen sie eines ganz genau, sie sind die Dummen. Das möchte ich, was das intellektuelle betrifft, nicht absprechen, aber euro-wirtschaftlich gesehen ist das einfach falsch. Die Dummen, denen man ständig das Geld aus der Tasche zieht bzw. erst gar nicht reinsteckt, sind sie nämlich seit Jahren im eigenen Land. Unter dem nebulösen Begriff „Wettbewerbsfähigkeit“ lassen sie sich seit Jahren alles gefallen und mucken nicht auf. Sinkende Reallöhne, stagnierende Renten, Ausbau Niedriglohnsektor und der Leiharbeit, Rationalisierungen mit Massenentlassungen, Kürzung in allen Bereichen des Sozailstaats und der Gesundheit. Da werden die obersten Repräsentanten dieser Maßnahmen sogar noch gewählt.

Aber jetzt, der Grieche, der faule Helene. Der nur Urlaub macht. Wo eigentlich? Der nur 3 Stunden am Tag arbeitet. Wer bedient denn den Michel in seinem Urlaub und kippt Ouzo nach? Der über seine Verhältnisse lebt. Wo kommen denn die Maschinen, Autos, Waffen her die er so einkauft und damit finaziell versorgt?

Es ist eine Anmaßung sondergleichen, vom deutschen Roß hämisch nach Athen zu pöbeln, wenn UNSERE Volkswirtschaft (insbesondere Unternehmen) eigentlich davon profitieren, wenn die da unten Schulden machen (müssen). Wir können unsere Absätze steigern, weil die Arbeit bei uns billiger geworden ist, damit die Produkte verkauft werden können, die man woanders braucht. Deutschland kitzelt den eigenen inneren Frieden, die Sozialstaatlichkeit, damit die hiesigen Firmen in aller Welt Profit machen können.

Damit man ihre Produkte bezahlen kann braucht man Geld. Mal ne ganz einfache Rechnung.  Der Grieche Kostas braucht ein Auto um 40 km zur Arbeit zu kommen. Er geht zur Bank und nimmt einen Kredit dafür auf. Geht zum Händler und kauft einen deutschen VW Golf. Weil die Bank jetzt etwas weinger Geld hat, das hat ja jetzt der Kostas, holt sie es sich bei der griechischen Nationalbank. Die wiederrum bei der Europäischen Zentralbank. Sprung nach Deutschland. Karl-Heinz ist 25 und hört immer wieder, „du bekommst eh keine Rente mehr“. Dann geht er zum Ingo, seinem Bankberater, und lässt sich zu einer kapitalgedeckten, privaten Rentenversicherung überreden. Er zahlt der Bank vom Ingo im Monat 50€. Damit sich das Geld aber vermehrt, legt die Bank das an. Sie kauft jetzt zum Beispiel griechische Anleihen. Das heisst, die Bank stellt dem griechischen Staat Kapital gegen Zinsen zur Verfügung. Karl-Heinz müsste also daran gelegen sein, dass Griechenland das Geld wieder zurückzahlt. Sonst ist es nämlich weg. Mit dem Geld bezahlt Griechenland zum Beispiel Kostas Gehalt, denn der ist Beamter. Kostas zahlt fleissig seine Raten an seine Hausbank, die kann die Nationalbank bedienen und die wiederum die EZB. So weit so gut.

Jetzt kommt aber Sand ins Getriebe. Zum Beispiel verkaufen Griechenland und Deutschland irgendeine identische Ware. Die deutsche ist billiger, weil hier die Arbeit billiger ist. Die Griechen kaufen also die deutsche Ware und lassen die heimische liegen. Der griechische Produzent geht bankrott und es brechen Steuereinnahmen für den griechischen Staat weg.  Kostas muss entlassen werden (das geht in Griechenland) weil kein Geld mehr für ihn da ist. Er kann seinen Kredit nicht mehr bedienen. Seine Hausbank schreibt den Verlust ab, die Nationalbank ebenso. Kostas ist aber nicht der Einzige, es geht vielen so. Der griechische Staat soll sparen. Das lässt Investoren aufhorchen. Sie sagen sich „mhhh, wenn da kein Geld da ist, können wir unser Zeug nicht verkaufen und vorher Geld leihen, wir gehen woanders hin.“ Das heisst, die Einnahmen des griechischen Staates brechen vollkommen weg. Das Land wird auch für Investoren in Staatsanleihen vollkommen uninteressant, da der Staat die ja nicht bedienen kann, wenn er nichts einnimmt.

Der Staat braucht aber Geld um die öffentliche Ordnung zu gewährleisten. Und deshlab fragt er seine europäischen Verbündeten um Hilfe. Die, die ja davon profitiert haben durch ihre billige Ware, die quasi eine Mitschuld am Zusammenbruch haben, sagen aber: Hmmm, Hmmmm, Hmmmm….Mal sehn“. Die Lage verschlechtert sich. Dann kommt der Vorstoß: “ Ja, ihr bekommt was, wenn ihr weiter schön spart.“ Das geht aber kaum noch, der innere Frieden ist auf dem Siedepunkt, die Leute gehen auf die Strassen und streiken. Ihre Angst sorgt somit dafür, dass noch weniger eingenommen wird, weil ja der Produktionsprozeß still steht. Die Regierung verspricht, trotzdem zu sparen und legt sich mit dem Volk an. Es eskaliert. In Deutschland bekommt man das mit und ist empört, weil die ja nur Krawall machen und nicht arbeiten gehen. Hier ist ja kuschelig im 400€ Fulltime-Job. Man beginnt zu lästern und sich aufzuregen. Hetzkampagnen laufen an. Der Populismus nimmt Fahrt auf. Und Karl-Heinz, glühender BILD-Leser, ist ganz vorn dabei.

Was Karl-Heinz nicht weiß, seine zukünftige private Rente ist in Gefahr. Wenn der griechische Staat nicht läuft, sind die Anleihen seiner Hausbank futsch. So weit denkt Karl-Heinz aber nicht und mit ihm, laut heutiger Presseschau, 82% der anderen Karl-Heinze in Deutschland auch. Die fordern den Rausschmiss (der ist rechtlich nicht möglich) und/oder Insolvenz Griechenlands.

Sie fordern nicht anderes, als dass man ihnen ihr Geld verbrennt. Und nicht das was man ihnen rausgezogen hat, sondern jenes, was sie später mal reinstecken wollten.

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Am 22.September diesen Jahres wird der geistliche Schäfer Heinrich, der Ober-Hirte von Millionen Schafen, Deutschland besuchen. Sein Heimatland und Beherberger seiner gefälligsten Hofpresse. Das unaussprechliche Schundblatt hat sogar einen Korrespondenten im Heimatstall von Benedikt dem Buckligen. Durch ketzerische  Aktivitäten wurde diesem Blog das Manuskript seiner Rede vorm Deutschen Bundestag bereits im Vorfeld in die Hände gespielt. Ich komme nicht umhin, dies der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Sehr geehrte Schafe, liebe Kirchensteuereintreiber, verehrte Wirtschaftstrojaner und Repräsentanten des Urnenpöbels,

ich freue mich, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind und in meiner weltlichen Schaltzentrale den Bückling machen. Bevor ich losbete, möchte ich mich vergewissern, dass die Herren Schäuble und Westerwelle bitte vor mir Platz genommen haben. Ich kehre diesen Beiden ungern den Rücken zu. Der Eine zieht mir nur das Taschengeld aus dem Rock, und der Andere, naja, lassen wir das, denn darüber rede ich bekanntermaßen ungern.

Ich vermisse die Mitglieder der Linksfraktion? Dabei bin ich doch der Oberkommunist schlechthin, unter meine Regide sind doch alle gleich. Gleich blöd, weil sie meinem Mittelaltergeschwätz immer noch Glauben schenken. Ausserdem zeugt die Kleiderordnung meines Gefolges auch von Homogenität und äusserstem Spartanentum. Wir können uns nichtmal Hosen leisten und laufen tagein-tagaus mit unseren Nachtgewändern herum. Unsere Protzbauten in Vatikanstadt sind auch nur potemkinsche Dörfer, und dienen lediglich als Kulisse für religionskritische Hollywoodstreifen. Ich z.B. bewohne lediglich ein 1-Zimmerappartment und schlafe auf einer 90-180 cm grossen Bibel. Ich kann mir nicht mal das Neue Testament leisten, also verzeihen Sie mir meine geistige Rückständigkeit. Schuld sind die massiven Austritte aus den Amtskirchen. Weniger Steuern, weniger Bildung. Sie kennen das ja. Rütli und Bachelor. Dafür sind meine verbliebenen Claqueure umso willfähriger. Einige sitzen ja hier vor mir. Also, Gruss an die Hinterwald-Fraktion aus Bayern. Helau.

Nun, was sind die Themen, die mich als geistigen Verführer bewegen. Zuerst einmal der Umweltschutz. Ich begrüße die Anstrengungen des Automobilgewerbes, die Entwicklung von Elektromotoren voranzutreiben. Schliesselich bin ich auch auf so einem Gefährt unterwegs, nur fetzt das nicht, wenn es nur tuckert weil der Speed fehlt. Also macht die Kisten schneller, dann komme ich das nächste Mal auf vier Rädern über den Brenner. Desweiteren freue ich mich über eine ressourcenfreundliche Nachhaltigkeitspolitik, die die Ölbindung weiter nach unten treibt. Man stelle sich nur vor, ich sitze irgendwann im Kalten, weil ich kein Feuer mehr machen kann. Noch ist das möglich, weil täglich 3 Hexen für einen warmen Hintern sorgen. Aber dieser Quell der Wärme ist auch irgendwann erschöpft, deshalb der Appell des Ölsparens. Sie sehen, nicht nur Sie kämpfen mit Nachschubproblemen. Und Gas von den Russen kanns ja nun auch nicht sein. Spart euer Öl und nehmt Bücher von Dawkins, Darwin und Hans Küng, dem kleinem Anpisser.

Das 2.Thema was mich zutiefst besorgt, sind die Umtriebe zur Installation eines wissenschaftlichen Gebärbetriebes. Wo kommen wir denn dahin, wenn man schon vorher festellen kann, ob ein Kind mal 3 Arme oder keinen Kopf hat, wenn es zur Welt kommen würde? Die Überraschung wäre dahin. Auch Behinderte haben ein Lebensrecht, und verzweifelte Eltern treibt es oft genug in die Hände des Herrgotts. „Um Himmels willen“ beim Anlick des Sprößlings sind erste Anzeichen. Und letzendlich sind solche Lebensformen nichts anderes als die Strafe für unsittliches Geplänkel. Ich habe ja die Theorie, dass der weibliche Höhepunkt mit seinen Körperwellen für eine Degenerierung der Leibesfrucht beim erfolgreichen Fortpflanzungsakt sorgt. Die amtskirchliche Medizinmannbehörde hat ausgerechnet, dass 2 Minuten geschlechtlicher Umtriebe reichen, um den Volkskörper mit Nachwuchs zu versorgen. Findet der Akt zwischen Essen kochen und servieren statt, hat die Frau gar keine Zeit um Wallungen zu erreichen. „Das Essen wird kalt“ sind da eher die Gedanken, die hinter ihrem Hirnlappen Bahn ziehen. Deshalb wäre eine gesetzliche Pflicht, den Vollzug der Unappetitlichkeit (im Beisein eines geeichten Stopuhrbeamten) auf der Küchentürschwelle zu vollbringen, angebrachter, als im Rehagenzglas rumzustochern.

Naja, und drittens besorgt mich natürlich die Abbruchstimmung. Die Abkehr von unseren christlichen Werten. Missionierung, Ketzerprozesse, Ächtung der Homosexualität, Unterdrückung der Frau, Kreuzzüge und Kreatinionismus. Wo ist das alles hin? Stattdessen wird liebevolles priesterliches Kümmern um kleine Jungen skandalisiert. Würden wir das nicht machen, würden die auf der Strasse hocken und Bushaltestellen demolieren. Mindestens. Oder schlimmer noch, vielleicht Pornographie mit nackten Nonnen konsumieren. Ich finde das unererhört, die kirchliche Sexualaufklärung zu kriminalisieren. Aber Gott sei Dank gibt es ja auch ausserhalb von Kirchengemeinden den Familienonkel, der mal untenrum nachschaut, ob auch wirklich alles funktioniert. Das setzt Kapazitäten für uns frei, um sich um die wirklich wichtigen Belange der Gesellschaft zu kümmern. Die Bekämpfung der Armut. Meiner Armut. An dieser Stelle sende ich ein herzliches Dankeschön an alle Pfarrer, die allsonntäglich ungeahnte Kreativität zu Tage treten lassen, um die Kollekte zu legitimieren. Da unser Herrgott ständig für Nachschub in Form von Katastrophen sorgt, ein Exklusivvertrag mit der heiligen römischen Kirche macht das möglich, findet sich immer wieder ein Anlass den Becher vollzubekommen. Dass der Inhalt der Betteltassen auf meinem Sparbuch landet, überhören Sie bitte an dieser Stelle. Glauben kostet nunmal, am meisten den aufgeklärten Geist. Aber das soll Sie ja nicht hindern zu löhnen, schliesslich ist die katholische Familie die fortschrittlichste überhaupt. Wir folgen ständig dem Zeitgeist, deshalb gibt es demnächst auch eine Geißel-App in ihrem Store, eine eigene Peitsche wird also nicht mehr benötigt. Das schont den Brennnesselbestand und die Lederressourcen. Sie sehen, hochmodern. Sollten Sie mal komplett über die unchristlichen Stränge schlagen, z.B. Verhütung mit Kondom, gibt es eine Hotline wo ich sie persönlich beschimpfe. Nutzen Sie diese Möglichkeit, schliesslich habe ich den ganzen Tag nichts zu tun. Die Ablass-und Sühnemöglichkeiten sind also nicht mehr an die örtlichen Gotteshäuser gebunden. Der Kirchengemeindevorsteher hat ja auch noch andere Sachen zu tun, als sich um Ihren Demutsdrang zu kümmern. Denken sie an die angesprochenen Jungen, die seine Hilfe brauchen.

Damit möchte ich meine wichtige Rede abschliessen und sie auffordern, den obligatorischen Applaus zu unterlassen. Stattdessen verlange ich frenetischen Jubel. Und den Herrn Westerwelle bitte ich doch noch um ein persönliches Gespräch. Ich denke, da lässt sich was machen bei seinem Problem.

Also ich freu mich drauf.

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