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Archive for the ‘Mann sein’ Category

Den Gipfel der politischen Korrektheit lieferte gestern das Moderatorinnen-Team von „heute nacht“ im ZDF. Nach dem grandiosen „Gran Torino“ von und mit Clint Eastwood, meinten die allen ernstes, der Name „Frauen-Fussball-WM“ sei unangebracht, lass es uns Fussball-WM nennen, heisst ja auch nicht „Männer-Fusball-WM“ wenn die Herren kicken. Mal davon abegesehen, dass der Name offizielle Bezeichnung der FIFA ist, die die Rechte hält, ist für mich hier echt Ende.

Es ist nunmal die WM der fussballspielenden Damen. Ich habe jedenfalls noch keinen Mann lokalisieren können, der da auf dem Platz steht. Selbst die Schiedsrichterei wird den Frauen übertragen. Aber scheinbar stösst die Genderisierung hier an die Grenzen. Wo überall, ob bei Amtsbezeichnungen oder sämtlichen Berufen, der Hinweis auf die weibliche Form nicht fehlen darf, soll jetzt hier verzichtet werden? Nö. Da mach ich nicht mit. Frauen-WM. Frauen-WM. Frauen-WM.

Wenn man seit Wochen medial getrimmt wird, das Spektakel gefälligst gut zu finden, setzt bei mir schon instinktiv ein Abwehrreflex ein. Wenn die Männer ihren Pokal ausspielen, ist es gang und gäbe, über die primitiven Bolzer zu lästern, die 22 Mann brauchen um einen Ball zu bearbeiten. Es gehört zum guten Ton, das Ganze asozial zu finden. Nun verhält es sich aber anders. Wer das Gekicke für das hält, was es nämlich ist, also amateurhaftes Getrete, wird an den Pranger gestellt. Jeder Fussball-Ästhet, der fasziniert ist von der Dynamik, Technik und Taktik, die professionellen Fussball ausmacht, kann nur beschämt und süffisant lächelnd den Damen-Kick kommentieren. Die Frauen wissen das ja selbst, aber lassen derlei Meinungen nicht zu. Im kollektiven Chor der Emanzipierten erwarten sie Respekt. Für was? Für das, was sie sonst als Hobby von rotzenden, saufenden und dünngeistigen Proleten bezeichnen?

Ne, ich erwarte Respekt. Respekt dafür, dass ich das Gekicke eben grottig finde. Ich muss nicht jede erfolgreiche Schlacht bejubeln, durch die Frauen in Männerdomänen eindringen. Das hat auch nichts mit Chauvinismus zu tun. Den gibt es nämlich von anderer Seite, wenn Männer mal in weibliche Sphären eindringen. Wer jemals die gefühlte Barriere einer Gleichstellungsbeaftragten gespürt hat, der weiß wovon ich rede. Und da schlägt einem Verachtung entgegen, weil man es wagt, überhaupt als Mann geboren zu sein.

Was ich will, ist nur eins. Das Recht auf Lachen. Über Gestolpere, Gestümpere und Zufallstore. Bei der FRAUEN-Fussball-WM.

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Mannwerdung.

Um in unserer Gesellschaft als männliches Wesen wahrgenommen zu werden, gehören von je her 4 Dinge dazu, die als informelle Verpflichtung dafür sorgen.

  • Pflanze einen Baum
  • Zeuge einen Sohn
  • Eröffne eine Kneipe
  • Sorge für den Besitz sämtlicher Alben der Ruhrpottkapelle „Die Lokalmatadore“

Während die ersten 3 Dinge in irgendeiner Form machbar sind, stellt sich für Variable 4 schnell ein virtueller Stacheldraht in den Weg. Ja, ich musste feststellen, diese Musik wird geächtet. Während Schlagerfuzzis und andere Heile-Welt-Barden, ob ihrer unrealistischen  Weltsicht gefeiert werden, fristet Männermusik ein Schattendasein. Nur Warum? Es fehlt die Gefühlsebene.  Nur ist das so? Wer kennt denn die Gefühlswelt eines Mannes denn besser, als ein anderer Mann? Warum wird nicht akzeptiert, dass ein 5 sec Rülps wahre Emotionen hervorrufen kann, die in etwa vergleichbar mit der Hochzeit von Richard Gere und Julia Roberts sind. Warum hat Mario Barth Erfolg, der aus welchem Grund auch immer die Menschheit damit penetriert, dass der Mann ne arme Sau ist, den man einfach so auslachen darf. Es lachen sogar Männer. Schlimm.

Während die Lokalmatadore, die doch DIE Wahrheit, und das ganz schnörkelos, in flotte Musik verpacken, und somit der Damenwelt ein kaum vergleichbares Kontrukt der Innenwelt eines Homo Maskulus geben, ein Schattendasein fristen. Ja, ich breche eine Lanze für diese Kombo, deren Texte sich zwar intellektuell zwischen Didi Hallervorden und Ballermann bewegen, aber mir einen Ruhepol geben und für Muse sorgen. Mir geben sie das Gefühl „ich gehöre dazu“, es ist gut, dass ich ein Darmwind nicht kramphaft zurückhalte (denn sonst entsteht bestimmt ein nicht gesunder Unterdruck im Verdauungskanal), dass ich ohne Scham zum Fussball auch Bier trinke und das Frauengezicke nur Ausdruck unkanalisierter sexueller Energie ist. „Fussball, Ficken, Alkohol“, welcher Songtext bringt denn bitte sonst alle wichtigen Interessen eines Mannes in einem Lied unter? Und bitte welche Musikinterpreten haben jemals romantischer das weibliche Primärgeschlechtsteil besungen:

Naja, nun was soll denn das ganze Geschreibsel jetzt? Es hat einen Grund. Die eben gelobhudelte Band hat ein neues Album auf dem Markt, „Söhne Mühlheims“.Und um diesen Beitrag zu schliessen, zitiere ich einfach mal einen Songtitel dieses Albums:

„Pipi machen, Zähne putzen, ab ins Bett!“


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