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Am 22.September diesen Jahres wird der geistliche Schäfer Heinrich, der Ober-Hirte von Millionen Schafen, Deutschland besuchen. Sein Heimatland und Beherberger seiner gefälligsten Hofpresse. Das unaussprechliche Schundblatt hat sogar einen Korrespondenten im Heimatstall von Benedikt dem Buckligen. Durch ketzerische  Aktivitäten wurde diesem Blog das Manuskript seiner Rede vorm Deutschen Bundestag bereits im Vorfeld in die Hände gespielt. Ich komme nicht umhin, dies der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Sehr geehrte Schafe, liebe Kirchensteuereintreiber, verehrte Wirtschaftstrojaner und Repräsentanten des Urnenpöbels,

ich freue mich, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind und in meiner weltlichen Schaltzentrale den Bückling machen. Bevor ich losbete, möchte ich mich vergewissern, dass die Herren Schäuble und Westerwelle bitte vor mir Platz genommen haben. Ich kehre diesen Beiden ungern den Rücken zu. Der Eine zieht mir nur das Taschengeld aus dem Rock, und der Andere, naja, lassen wir das, denn darüber rede ich bekanntermaßen ungern.

Ich vermisse die Mitglieder der Linksfraktion? Dabei bin ich doch der Oberkommunist schlechthin, unter meine Regide sind doch alle gleich. Gleich blöd, weil sie meinem Mittelaltergeschwätz immer noch Glauben schenken. Ausserdem zeugt die Kleiderordnung meines Gefolges auch von Homogenität und äusserstem Spartanentum. Wir können uns nichtmal Hosen leisten und laufen tagein-tagaus mit unseren Nachtgewändern herum. Unsere Protzbauten in Vatikanstadt sind auch nur potemkinsche Dörfer, und dienen lediglich als Kulisse für religionskritische Hollywoodstreifen. Ich z.B. bewohne lediglich ein 1-Zimmerappartment und schlafe auf einer 90-180 cm grossen Bibel. Ich kann mir nicht mal das Neue Testament leisten, also verzeihen Sie mir meine geistige Rückständigkeit. Schuld sind die massiven Austritte aus den Amtskirchen. Weniger Steuern, weniger Bildung. Sie kennen das ja. Rütli und Bachelor. Dafür sind meine verbliebenen Claqueure umso willfähriger. Einige sitzen ja hier vor mir. Also, Gruss an die Hinterwald-Fraktion aus Bayern. Helau.

Nun, was sind die Themen, die mich als geistigen Verführer bewegen. Zuerst einmal der Umweltschutz. Ich begrüße die Anstrengungen des Automobilgewerbes, die Entwicklung von Elektromotoren voranzutreiben. Schliesselich bin ich auch auf so einem Gefährt unterwegs, nur fetzt das nicht, wenn es nur tuckert weil der Speed fehlt. Also macht die Kisten schneller, dann komme ich das nächste Mal auf vier Rädern über den Brenner. Desweiteren freue ich mich über eine ressourcenfreundliche Nachhaltigkeitspolitik, die die Ölbindung weiter nach unten treibt. Man stelle sich nur vor, ich sitze irgendwann im Kalten, weil ich kein Feuer mehr machen kann. Noch ist das möglich, weil täglich 3 Hexen für einen warmen Hintern sorgen. Aber dieser Quell der Wärme ist auch irgendwann erschöpft, deshalb der Appell des Ölsparens. Sie sehen, nicht nur Sie kämpfen mit Nachschubproblemen. Und Gas von den Russen kanns ja nun auch nicht sein. Spart euer Öl und nehmt Bücher von Dawkins, Darwin und Hans Küng, dem kleinem Anpisser.

Das 2.Thema was mich zutiefst besorgt, sind die Umtriebe zur Installation eines wissenschaftlichen Gebärbetriebes. Wo kommen wir denn dahin, wenn man schon vorher festellen kann, ob ein Kind mal 3 Arme oder keinen Kopf hat, wenn es zur Welt kommen würde? Die Überraschung wäre dahin. Auch Behinderte haben ein Lebensrecht, und verzweifelte Eltern treibt es oft genug in die Hände des Herrgotts. „Um Himmels willen“ beim Anlick des Sprößlings sind erste Anzeichen. Und letzendlich sind solche Lebensformen nichts anderes als die Strafe für unsittliches Geplänkel. Ich habe ja die Theorie, dass der weibliche Höhepunkt mit seinen Körperwellen für eine Degenerierung der Leibesfrucht beim erfolgreichen Fortpflanzungsakt sorgt. Die amtskirchliche Medizinmannbehörde hat ausgerechnet, dass 2 Minuten geschlechtlicher Umtriebe reichen, um den Volkskörper mit Nachwuchs zu versorgen. Findet der Akt zwischen Essen kochen und servieren statt, hat die Frau gar keine Zeit um Wallungen zu erreichen. „Das Essen wird kalt“ sind da eher die Gedanken, die hinter ihrem Hirnlappen Bahn ziehen. Deshalb wäre eine gesetzliche Pflicht, den Vollzug der Unappetitlichkeit (im Beisein eines geeichten Stopuhrbeamten) auf der Küchentürschwelle zu vollbringen, angebrachter, als im Rehagenzglas rumzustochern.

Naja, und drittens besorgt mich natürlich die Abbruchstimmung. Die Abkehr von unseren christlichen Werten. Missionierung, Ketzerprozesse, Ächtung der Homosexualität, Unterdrückung der Frau, Kreuzzüge und Kreatinionismus. Wo ist das alles hin? Stattdessen wird liebevolles priesterliches Kümmern um kleine Jungen skandalisiert. Würden wir das nicht machen, würden die auf der Strasse hocken und Bushaltestellen demolieren. Mindestens. Oder schlimmer noch, vielleicht Pornographie mit nackten Nonnen konsumieren. Ich finde das unererhört, die kirchliche Sexualaufklärung zu kriminalisieren. Aber Gott sei Dank gibt es ja auch ausserhalb von Kirchengemeinden den Familienonkel, der mal untenrum nachschaut, ob auch wirklich alles funktioniert. Das setzt Kapazitäten für uns frei, um sich um die wirklich wichtigen Belange der Gesellschaft zu kümmern. Die Bekämpfung der Armut. Meiner Armut. An dieser Stelle sende ich ein herzliches Dankeschön an alle Pfarrer, die allsonntäglich ungeahnte Kreativität zu Tage treten lassen, um die Kollekte zu legitimieren. Da unser Herrgott ständig für Nachschub in Form von Katastrophen sorgt, ein Exklusivvertrag mit der heiligen römischen Kirche macht das möglich, findet sich immer wieder ein Anlass den Becher vollzubekommen. Dass der Inhalt der Betteltassen auf meinem Sparbuch landet, überhören Sie bitte an dieser Stelle. Glauben kostet nunmal, am meisten den aufgeklärten Geist. Aber das soll Sie ja nicht hindern zu löhnen, schliesslich ist die katholische Familie die fortschrittlichste überhaupt. Wir folgen ständig dem Zeitgeist, deshalb gibt es demnächst auch eine Geißel-App in ihrem Store, eine eigene Peitsche wird also nicht mehr benötigt. Das schont den Brennnesselbestand und die Lederressourcen. Sie sehen, hochmodern. Sollten Sie mal komplett über die unchristlichen Stränge schlagen, z.B. Verhütung mit Kondom, gibt es eine Hotline wo ich sie persönlich beschimpfe. Nutzen Sie diese Möglichkeit, schliesslich habe ich den ganzen Tag nichts zu tun. Die Ablass-und Sühnemöglichkeiten sind also nicht mehr an die örtlichen Gotteshäuser gebunden. Der Kirchengemeindevorsteher hat ja auch noch andere Sachen zu tun, als sich um Ihren Demutsdrang zu kümmern. Denken sie an die angesprochenen Jungen, die seine Hilfe brauchen.

Damit möchte ich meine wichtige Rede abschliessen und sie auffordern, den obligatorischen Applaus zu unterlassen. Stattdessen verlange ich frenetischen Jubel. Und den Herrn Westerwelle bitte ich doch noch um ein persönliches Gespräch. Ich denke, da lässt sich was machen bei seinem Problem.

Also ich freu mich drauf.

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London Calling.

So langsam bekommt man Mitleid. Obwohl, na ja, mit den falschen Leuten. Als Sozialkasper und „Gutmensch“ liegt es mir fern, auch nur einen Funken Schnittmenge mit diesen Menschen zu haben. Es geht um eine Regierungspartei, deren Umfragewerte irgendwo da liegen, wo man mein Risiko, irgendwann mal von einem T-Rex gefressen zu werden, ansiedeln würde. Bei 3 %.

Ich weiß nicht ob es an kognitiver Dissonanz, Frechheit, dem Sinn nach Provokation oder dem masochistischen Willen die eigene Gruppierung in den Äther zu blasen liegt, wenn angesichts der Weltereignisse die Forderungen laut werden, den Sozialstaat noch weiter zu schröpfen. Diesmal geht es um die Forderung, älteren Arbeitnehmern das Arbeitslosengeld I zu kürzen.

In Israel gehen die Menschen auf die Strasse, weil sie die Mieten und Lebenserhaltungskosten für unerhört halten. In Spanien und Nordafrika geht die Jugend auf die Strasse weil sie sich abgehängt fühlen und trotz sehr guter Bildung keine Perspektive hat. In London radikalisieren sich Frustrierte, die ausser Krawall noch andere Dinge antreibt. Es ist der Wunsch nach Teilhabe. Nicht umsonst gehen diese Strassenkämpfe mit Plünderungen einher. Konsumgüter, die ständig als nicht mehr verzichtbar angepriesen werden, sind dabei die Favouriten. Merton hat dies in seiner Anomie-Theorie schon bildhaft als „Innovation“ dargelegt. Nun tritt genau das ein. Und wer meint, jetzt muss nur der Knüppel rausgeholt werden, der verkennt die Problematik. Diese Leute wollen damit etwas zum Ausdruck bringen. Die Mittel sind natürlich absolut abzulehnen, aber scheinbar die Einzigen, um sich Gehör zu verschaffen. Wer beachtet denn einen stillen Demontrationszug? Nur mit kriegsähnlichen Zuständen schafft man es heutzutage aufs Titelblatt. Ich bedauere das zutiefst, denn von der Politik ist so keine Dialogbereitschaft zu erwarten. Wie gesagt, es spricht der Schlagstock. Benutzt von denen, die immer die ärmsten Schweine sind. Auch schlecht bezahlt, verheizt und konfrontiert mit ihresgleichen. Die müssen ihre eigene Schichtangehörigen verprügeln. Ich hoffe deren Dilemma ist ersichtlich.

Es ist der blanke Zorn, die extreme Wut, Wut auf ein Sytem, was Ihnen etwas vorgaukelt, dass schon Lange in Schieflage hängt. Chancengleichkeit. De facto wird die propagiert, besteht aber nur abstrakt in den Politsprechblasen. Chancen haben nur diejenigen, die ihr Rückrat aufgeben, die sich wie Sklaven behandeln lassen und gefälligst das Maul halten. Anpassung, Herdenverhalten und Schweigen sind im Übrigen die Konstanten, ohne die Gesinnungsdiktaturen wie der Nationalsoziallismus und der Stalinismus nicht möglich gewesen wären. Ideologische Konflikte werden unterdrückt, was zählt ist die unbedingte Meinungsführerschaft,  mithilfe von Lügen, Manipulationen und dogmatischer Störrigkeit. Ralf Dahrendorf hat mal gesagt, dass nur durch Konflikte gesellschaftlicher Wandel möglich ist, denn Konflikte haben progressiven Charakter. Ja herrgott, wie soll man aber einen Konflikt austragen, wenn unsere Kanzleröse ständig von Alternativlosigkeit faselt? Natürlich gibt es Alternativen, sie werden nur nicht gern gehört. Stattdessen werden alle, die etwas mehr Solidarität, Dialogbereitschaft und den Erhalt des Sozialstaates befürworten, als verblendete Kommunisten gelabelt. Dass das „alternativlose“ System gerade gegen die Wand fährt, wird ausgeblendet, denn die Pfründe der Begünstigten sind gesichert. Ich frage mich aber, was das für ein Leben sein soll, wenn sie, falls es so weiter geht, hinter Stracheldraht und Mauern abgeschottet leben müssen, weil der Pöbel aufmuckt. Dann haben sie genau das nicht, was sie angeblich immer wollen, ihre „Freiheit“. Man muss nur nach Brasilien schauen, wo z.B. Zahnärzte so wohnen.

In einer brennenden, wütenden Welt möchte ich nicht wohnen. Die bestimmt auch nicht. Aber die mangelnde Reflektion, warum diese aktuellen Ereignisse eintreten, wird letztendlich dazu führen. Es sei denn, man besinnt sich auch mal darauf, mit wem man da auf einem Planeten wohnt. Wer eigentlich für deren Reichtum und Wohlstand sorgt und wer ihn verteidigen muss. Es sind auch Menschen.

Menschen, die keine FDP wählen.

Den Gipfel der politischen Korrektheit lieferte gestern das Moderatorinnen-Team von „heute nacht“ im ZDF. Nach dem grandiosen „Gran Torino“ von und mit Clint Eastwood, meinten die allen ernstes, der Name „Frauen-Fussball-WM“ sei unangebracht, lass es uns Fussball-WM nennen, heisst ja auch nicht „Männer-Fusball-WM“ wenn die Herren kicken. Mal davon abegesehen, dass der Name offizielle Bezeichnung der FIFA ist, die die Rechte hält, ist für mich hier echt Ende.

Es ist nunmal die WM der fussballspielenden Damen. Ich habe jedenfalls noch keinen Mann lokalisieren können, der da auf dem Platz steht. Selbst die Schiedsrichterei wird den Frauen übertragen. Aber scheinbar stösst die Genderisierung hier an die Grenzen. Wo überall, ob bei Amtsbezeichnungen oder sämtlichen Berufen, der Hinweis auf die weibliche Form nicht fehlen darf, soll jetzt hier verzichtet werden? Nö. Da mach ich nicht mit. Frauen-WM. Frauen-WM. Frauen-WM.

Wenn man seit Wochen medial getrimmt wird, das Spektakel gefälligst gut zu finden, setzt bei mir schon instinktiv ein Abwehrreflex ein. Wenn die Männer ihren Pokal ausspielen, ist es gang und gäbe, über die primitiven Bolzer zu lästern, die 22 Mann brauchen um einen Ball zu bearbeiten. Es gehört zum guten Ton, das Ganze asozial zu finden. Nun verhält es sich aber anders. Wer das Gekicke für das hält, was es nämlich ist, also amateurhaftes Getrete, wird an den Pranger gestellt. Jeder Fussball-Ästhet, der fasziniert ist von der Dynamik, Technik und Taktik, die professionellen Fussball ausmacht, kann nur beschämt und süffisant lächelnd den Damen-Kick kommentieren. Die Frauen wissen das ja selbst, aber lassen derlei Meinungen nicht zu. Im kollektiven Chor der Emanzipierten erwarten sie Respekt. Für was? Für das, was sie sonst als Hobby von rotzenden, saufenden und dünngeistigen Proleten bezeichnen?

Ne, ich erwarte Respekt. Respekt dafür, dass ich das Gekicke eben grottig finde. Ich muss nicht jede erfolgreiche Schlacht bejubeln, durch die Frauen in Männerdomänen eindringen. Das hat auch nichts mit Chauvinismus zu tun. Den gibt es nämlich von anderer Seite, wenn Männer mal in weibliche Sphären eindringen. Wer jemals die gefühlte Barriere einer Gleichstellungsbeaftragten gespürt hat, der weiß wovon ich rede. Und da schlägt einem Verachtung entgegen, weil man es wagt, überhaupt als Mann geboren zu sein.

Was ich will, ist nur eins. Das Recht auf Lachen. Über Gestolpere, Gestümpere und Zufallstore. Bei der FRAUEN-Fussball-WM.

Wer hats gestern gesehen? Nivea-Jogi, Zwanziger und Bierhoff im „Tatort“. Viele Kritiker mäkeln nun an der schlechten schauspielerischen Leistung der 3, aber was denen nicht aufgefallen ist, die sollten sich, nehme ich an, authentisch geben, und haben das auch hervorragend getan. Die sind so. Hölzern  (Bierhoff, wie als technich-minderbegabter Sturmstörfaktor damals), Unpräsentiöser Technokrat (Zwanziger) und weichgespülter Sunny-Nice-Guy (Löw). Den Habitus kann man nicht verstecken. Und so spielten sie ihre Rolle ziemlich realistisch.

Wenn man nun den Schlagabtausch zwischen den obersten Vertetern des deutschen Michels liebster Boy-Band, der liebevoll Nati genannten Nuttela-Jungs, und Michael Ballack beobachtet, fällt es einem schwer, nicht Stellung zu beziehen. Was da abgeht ist 1. nicht würdig und 2. systematisch. Man mag vom sächselnden Lockenkopf nicht immer sportlich überzeugt gewesen sein, auch sein teilweise schnöseliges Auftreten sorgte allenthalben für wenig Sympathie, aber der Umgang mit seinem Ende in der Nati ist unter aller Sau. Man hatte gehofft, nachdem man schon mit anderen mehr als verdienten Kickern, wie Kahn und Frings, menschlich enttäuschend umgegangen ist, dass so ein Kommunikationsdesaster doch Ausnahme bleibt. Aber wie ich bereits sagte, es hat Methode. Aufällig ist nämlich, dass ausgerechnet die Spieler, die mal das „Maul aufgemacht haben“, so ausgebootet werden, als ob jemand eine alte Rechnung begleichen möchte.

Und das liegt nun mal am handelnden Personal, die mit kritischen Spielern ein Problem haben. Anforderungsprofil für den heutigen Elite-Bolzer: Fehlendes Rückrat, Schwiegersohn-Image, südwestdeutsche Abstammung und Bravo-Starschnitt-Potenzial. Von wegen Leistungsgedanke wie allethalben propagiert wird. Im Nu wäre nur noch die Hälfte der derzeit eingesetzten Balltreter im Kader. Diese Heuchelei und Scheinheiligkeit, die Ballack Löw vorwirft, ist doch augenscheinlich und offensichtlich. Hier nomniert der Kaschmir-Cremeling nur nach dem Gusto, eine möglichst ruhige Ja-Sager-Truppe auf den Platz zu schicken. Duckmäuser-Loyalität ersetzt gefühlte  2 Jahre ohne persönlichen Tor-Erfolg als Stürmer. Da bleiben sogar Körperverletzungsdelikte (Ohrfeige Podolski an Ballack) ohne Sühne. Der dümmste Profi seit Torsten Legat darf weiter im Dienste der 3 Sterne versagen.

Exemplarisch ist demnach auch das Verhalten des Oberfunktionärs Zwanziger bei der Wiederwahl des FIFA-Diktators Blatter. Anstatt, wie der englische Verband forderte, weitreichende Überprüfungen vielfältiger Korruptionsvorwürfe anzutreiben bevor man abstimmt, schwieg man in Frankfurt. Stattdessen wurde die Amtsbestätigung des eigentlich unwählbaren Schweizers abgenickt. Da bleibt nur noch der Gedanke, die Deutschen stecken irgendwo mit drin. Der ehrlichste Sport korrumpiert sich selbst. Die Empörung bleibt weitestgehend aus.

Das hätte man sich damals gewünscht, als ein Mario Basler, der mit Kippe und Bier jeden Amateurfussballer am Besten repräsentieren konnte, mit eben jenen „Genussmitteln“ abgelichtet wurde. Passte nicht in die heile Welt des sauberen Sports und wurde zum Skandal aufgeblasen. Von einem Verband, der heuzutage gleichzeitig für „Kein Macht den Drogen“ und „Bitburger“ wirbt.

D(anke) F(ür) B(ullshit).

Sie nennen sich Charity-Ladies, arbeiten als Fussballfrauen und sind der überflüssigste Bestandteil der Medienberichterstattung. Diese Botox-Fratzen und Schminkzombies, die bei jedem Weltereignis ihre dümmlichen Nicht-Meinungen in die Kameras und Notizblöcke der Gossen-Journaille palabern, deren unwichtiges Beziehungsgetratsche ganze Gazetten und Fernsehformate füllt, ist die wahre Seuche unserer Zeit. Nix EHEC und H1N1.

Sie beschäftigen sich nur mit ihresgleichen, mit der ganzen F-Promischar, sie zeigen ihr unwichtiges Blender-Leben den ganzen Hohlbirnen dieser Welt. Katzenberger, Feldbusch, Ohoven, die Matthäus- und Becker-Ficken, die ganze „Superstar“-Horde, Bohlen, die Dschungelkasper. Ja, ich kenne die alle. Schlimm genug. Man kann nicht flüchten, wenn selbst auf seriösen Nachrichtenportalen der Panorama-Teil am auffälligsten platziert wird. Diese Kackbratzen haben ja nicht mal Unterhaltungswert, denn die sind so dumm, dass sie ihre Dummheit angeblich nur spielen. Sowas geht aber nicht. Wer doof ist, kann eben nur doof. Es gibt kein tragfähiges Geschäftsmodell, was einen als „Dummschaupieler“ glaubhaft inszenieren kann. Vor allem, wie doof muss man sein, wenn man ja angeblich nicht doof ist, sondern nur so tut, ja wenn man dann nicht einfach mal so schlau ist, wie man ja wirklich ist? Es ist ein Exuse auf höchsten Niveau der Blödheit, wenn man seine eigene Beschränktheit vorführt, um dann zu sagen, in Wirklichkeit ist man ganz anders. Das schlimme ist, der ganze RTL-Pöbel glaubt diesen Scheiss. Die denken ernsthaft, wenn jemand seine Titten im Fernsehen wiegt, wenn jemand die Grammatik verhunzt und die Blondheit in allen Klischees bedient, dann ist das nicht der wahre Charakter dieser Clowns.

Diese Schicht der personifizierten Trivialität gibt gönnerhaft Society-Dinner, auf denen Geld für gute Zwecke gesammelt wird. Dabei saufen sie Champagner und schlürfen schleimige Muscheln, verschmieren vor lauter Bussi-Bussi-Gespiele ihre Falten-Pomade und lästern über die ganze Parade der intellektuellen Schlichtheit, zu der sie gehören. Am Ende kommen so vllt. 20.00 € in den Topf, während das Bankett das 4-fache gekostet hat. Warum fressen die keine Mett-Brötchen und Käsestullen? Warum ist die geballte Dekadenz nötig, um mal eben ein bisschen Geld aus der Kaffee-Kasse öffentlichkeitswirksam auf die Steuererklärung zu klatschen. Aber in ihrem Kosmos des banalen Schwachsinns, löffeln sie lieber ihren nichtschmeckenden Luxus-Fraß von einer Gabel, die wahrscheinlich mit ihrem Wert einen Kindergarten neu ausstatten könnte. Dieser Widerspruch wäre aber für dieses Blödvolk zu hoch, um ihn zu erkennen. Die Unfähigkeit zur Reflektion zeigt sich ja dadurch, dass sie ohne Scham diese Treffen der Ungeister in Printmedien und TV präsentieren lassen. Und als Krönung nennen sie sich „höhere“ Gesellschaft.

Ja, höher kann man Scheisse nicht stapeln.

 

Rotierende Ärzte. Schwafelnde Amtsschimmel. Behördendurcheinander. Medienhysterie. Überforderte Öffentlichkeit. Vernichtung von Lebensmittel.

Kurz: Panik.

Wie das regelmäßige Weihnachten, verhält es sich alle Jahre wieder, dass ein Lebensmittelskandal die Bevölkerung verunsichert. Nachdem man alle essbaren Nutztiere abgearbeitet und ihnen eine eigene Seuche „geschenkt“ hat, ist nun der Vegetarier das Ziel eines terroristischen Anschlags der Natur. Gurken, Tomaten, Salat und Sprossen: FINGER WEG!!!

Natürlich Finger weg, denn ausgelegtes Gemüse wird jeden Tag von vielen Händen begrabscht. Von Männern, die sich nach dem Pinkeln die Hände nicht waschen, von Frauen, die Windeln wechseln, ja von allen, die sich den Arsch abwischen und sonst mit allen möglichen Koli- und Fäkalbakterien verseucht sind. Ja, die Hände sind schmutziger als das Kackhaus, auf dem man in der BILD liest, das Killer-Kacke am Grünzeug ist. Das wäre ja alles kein Problem. War es auch nie. Aber nun bekommen wir die Quittung für unseren überzivilisatorischen Reinheitswahn. Eine irische Forschungsarbeit hat unlängst festgestellt, dass Resistenzen gewisser Bakterien durch Reinigungsmittel erhöht werden bzw. die Resistenz gegenüber Antibiotika dadurch beschleunigt wird.

Warum um Gottes Namen verlässt sich der Mensch nichtmal auf die Natur? Auf seine Natur. Auf sein eigenes Immunsystem. Der Kontakt mit Schmutz in jungen Jahren konditioniert doch die Abwehrmechanismen im Körper. Verunreinigungen die der Körper kennt, behandelt er selbst. Aber unser Sterilitätswahn lässt solche Keime doch gar nicht mehr in Kontakt mit unserer inneren „Maschine“ kommen. Sie werden weggesprüht, weggekocht, weggeseift, wegchemiet. Und das soll gesund sein? Warum leiden denn immer mehr Kinder bereits in jungen Jahren an Allergien? Weil sie in nur in ihrer Sagrotan-Hülle auf die Rutsche dürfen.

Als ich klein war, waren die Hühner meines Opas meine besten Freunde. Vor allem deren Scheisse. Geschmeckt hats nicht, aber man muss ja mal kosten. Nach heutigen Maßstäben wäre ich ein absolutes Drecksschwein und müsste ins Quarantäne-Zuchthaus, um mal zu lernen wie man Plastik-Handschuhe aufsetzt, bevor man einen Hund streichelt. Aber ich bin nie krank, hab keine Allergie und deshalb keine Angst vor Seuchen, die eben vor allem die Reinlichkeitsfraktion dahinrafft.

Und um den ganzen Panikfuzzis den Wind aus den Segeln zu nehmen, das schmutzigste, das wir jeden Tag mehrfach in die Hand nehmen, ohne es vorher einer Dekontaminierungsdusche zu unterziehen, ist Geld. An ihm klebt Scheisse, Blut, Schweiss und Dreck aller Art. Manche beissen sogar drauf, um es auf Echtheit zu prüfen.

Sollen wir jetzt also vor der Benutzung von Geld warnen? Warum macht das wohl keiner?

Deshalb, drauf geschissen. Und zwar „gründlich“.

Es ist vorbei. Kameras werden eingepackt, Stifte in den Hemdschlitz gesteckt und Rentner stossen mit Sekt im Gericht an. Nein, sie haben keinen Sieg über den Tod erreicht. Sterben muss man trotzdem, auch wenn man was dagegen hat. Gerichte werden hier also weiter versagen, wenn man den Tod wegen heimtückischen Mordes anklagt.

Aber der Wetterfrosch ist ein freier Mann. Und sein berufslegitimierendes Objekt, der heilige Petrus, hat das auch gestern nachmittag und heute früh gleich mal begossen. Denn niemand hat je leidenschaftlicher dessen feuchte Vorhaben dem Volke näher gebracht.

Für die unbequeme Bekanntschaft mit der Staatsanwaltschaft Mannheim, die z.B. einen Harry Wörz zum seelischen Krüppel gemacht hat, sorgte sein lotterhafter Lebensstil. Auf Gut Deutsch, er kachelte sich durch sämtliche Betten dummdreister Attention-Seekerinnen. Viele glauben ja immer noch, dass er wegen schwerer Vergewaltigung angeklagt war, aber das war schon vor Verfahrenseröffnung so gut wie widerlegt. Es kam trotzdem zum Prozess. Aber nicht wegen einer Straftat, sondern aufgrund moralischer Verfehlungen. Verfehlungen die ihn in den Augen vieler Menschen zum abscheulichen Frauenausnutzer machten. Ein fickfreudiger Star, ha, dachte sich der Staatsanwalt mit der Bon-Jovi-Gedächtnisfrisur (da steht heut keine Frau mehr drauf, Lars-Thorben), den kauf ich mir, und damit die Herzen aller „verletzten“ Frauen. Das Schwein soll bluten, für alle gebrochenen Herzen der BUNTE-Leserschaft. Und er nahm in Kauf, eines der höchsten Güter eines Rechtsstaates, den ordentlichen bzw. neutralen Verfahrensweg, auszunutzen. Aufgabe der Staatsanwaltschaft ist die Ermittlung in beide Richtungen, also zu Gunsten bzw. Ungunsten eines Verdächtigen, aber Oltrogge bog von Anfang an in Richtung BILD-Klärwerk und Alice-Schwarzer-Anstalt ab. Man muss keine Symphatien mit Kachelmann hegen, um gemerkt zu haben, dass hier etwas falsch läuft. Gepaart mit Sudelgeschichten, Peitsche und Handschellen dürfen nie fehlen um die Klatschfressen dieser Welt zu schockieren, und flankiert von der vor Ekelhaftigkeit triefenden Burda-Sippe und dem gedruckten Schwachsinn der Springer-Bande. Dass die Mauer in der Sackgasse der Beweisführung immer näher kommt, aber der Glaube an den aufgeschnallten Rammbock stärker war, bemerkten selbst die sonst so differenzierten Gerichtsreporterinnen Friedrichsen und Rückert, und positionierten sich doch recht früh und sehr  eindeutig.

Eine Tatwaffe, die keine Rolle spielte bzw. nicht benutzt wurde. Aufwendige Dokumentationen auf dem Computer der Nebenklägerin, wie man typische Verletzungen einer Vergewaltigung selbst herbeiführt. Widersprüchliche Angaben über den Tathergang und den zeitlichen Ablauf. Aber vor allem, ein zutiefst gebrochenes Herz. Viele mögen es nicht glauben, aber bei solchen Demütigungen entwickeln Menschen eine dermaßen grosse Rationalität, um den Schmerz zu rächen. Und da liegt es Nahe, eines der erfolgreichsten Szenarien zu entwerfen, die jeden Mann um seine Reputation bringen. Den Vorwurf einer Vergewaltigung. Schon bei Andreas Türck klappte das ganz hervorragend. Dieser Mann  ist weg vom Fenster. Trotz erwiesener Unschuld.

Sowas wird von den Betroffenheitsschwaflern natürlich nicht erwähnt. Der Mann gilt als Täter. Immernoch. Statistiken über häusliche Gewalt sprechen übrigens das Gegenteil. Die Sorge, dass nun weniger Opfer Anzeige erstatten ist im Übrigen berechtigt. Aber nicht weil Kachelmann ungeschoren davon kommt, zurecht, sondern weil die Nebenklägerin all jenen echten Opfern einen Bärendienst erwiesen hat. Die Glaubwürdigkeit echter Opfer steht auf dem Spiel.

Und alles wegen der Naivität einer Frau, die glaubte, einen Promiskutiven für sich zu haben.